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Denkmäler und Sehenswürdigkeiten von Prachatice

Strassen des historischen Zentrums

Nach ein paar Schritten gerät man wieder vor die Kirche. Gegenüber der Kirche steht das eckige Bürgerhaus Nr. 34, mit einem Barockgemälde der Krönung der Jungfrau Maria zwischen den Fenstern im ersten Stock und der Jahreszahl 1649 als Jahr der Entstehung der Malerei. Auch dieses Gemälde wurde erst vor kurzem entdeckt. Nun kann man die Besichtigung der Stadt in der Křišťanova-Straße fortsetzen.

Vor dem nächsten Renaissancehaus mit Briefchen-Sgraffiti an der Fassade biegt man nach links in die Věžní-Straße ab. Diese führt zu dem Ort, wo sich die Straße mit der Husova-Straße kreuzt. Hier steht das mächtige Eckhaus Nr. 71, das sog. Hus-Haus. Jan Hus dürfte in dem Haus in der Zeit, in der er die Schule in Prachatice besuchte, gewohnt haben. Es handelt sich ursprünglich um ein gotisches Gebäude, das in der zweiten Hälfte des 16. Jh. im Renaissancestil umgebaut wurde. Bis heute blieb die einzigartige Sgraffiti-Rustika an dem Haus erhalten. Interessant ist auch die barocke Attika. In den Innenräumen mit zahlreichen einzigartigen Gewölben befindet sich seit 1966 die Stadtbibliothek.

Durch die Husova-Straße kehrt man in die Křišťanova-Straße zurück. Hier steht das Haus Nr. 63, in dem im 16. Jh. eine private Brauerei und der Gasthof Zum Himmel waren. Interessant ist das bossierte Steinportal aus Prachatitzer Diorit mit der Jahreszahl 1581, dem Zeichen MAP (měšťan Mathes Pecovský = Bürger Mathes Pecovský) und der rosenbergischen fünfblättrigen Rose. Aus der Křišťanova-Straße biegt man in die Poštovní-Straße ab.

In der Poštovní-Straße sollte man nicht vergessen, sich einige Häuser anzusehen: Das ursprünglich gotische Haus Nr. 114 wurde im 16. Jh. weitgehend im Renaissancestil umgebaut, es erhielt später noch barocke und zu Ende des 19. Jh. klassizistische Elemente. In der Nische des Hauses steht eine kleine Statue des heiligen Florian von der Prachatitzer Holzschnitzerin Dana Nachlingerová. Der hl. Florian, Patron der Feuerwehrleute, erinnert an die zwei größten Brände in Prachatice in den Jahren 1507 und 1832. Das benachbarte Haus Nr. 115, einst der Gasthof Zum Blauen Stern, erhielt nach der vor kurz-em durchgeführten Rekonstruktion sein ursprüngliches klassizistisches Aussehen vom Anfang des 20. Jh. wieder. In dem Haus Nr. 178 mit wertvollen Gewölben, das offensichtlich als Mälzerei der Städtischen Brauerei diente, kann man heute ein Klöppelspitzenmuseum besuchen. Die einzigartige Exposition macht die Besucher mit der Geschichte der böhmischen und europäischen Klöppelspitzen bekannt.

Weitere schöne Renaissancehäuser (z.B. die Häuser Nr. 134, 135, 136, 137 und 138) kann man in der Horní-Straße finden. Diese führt zum Kloster der Schwestern des hl. Karl Borromäus (Haus Nr. 142). Dieses war ursprünglich ein bürgerliches Renaissancehaus, in dem Johann Nepomuk Neumann im Jahre 1811 geboren wurde. An dieses Ereignis erinnert auch die Gedenktafel an der Mauer. Das Haus wurde nach dem Tode von Neumanns Eltern im Jahre 1861 in ein Kloster umgewandelt. Der ehemalige dem Kloster angehörige Garten ist heute als Park gestaltet. Seit dem Jahre 2007 verleiht dem Raum nahe des Hospiz die Statue des Heiligen eine geistliche Dimension.

Nun kann man durch die Neumannova-Straße zurück zum Unteren Tor fortsetzen. Unterwegs lassen sich die nächsten Bürgerhäuser beobachten – z.B. das Haus Nr. 161, das mit Briefchen-Sgraffiti geschmückte Haus Nr. 147 oder das Haus Nr. 148 mit Wandmalereien.

Hinter dem Innentor kann man nach rechts abbiegen und in den Stadtpark Parkán gehen. Dieser befindet sich zwischen der ursprünglichen Wehrmauer, die den Stadtkern umrahmt, und dem äußeren Ring der Renaissance-Stadtmauern.

Vom Park aus gibt es eine schöne Aussicht auf das Presbyterium der St.-Jakobs-Kirche und auf das Objekt des Hauses Nr. 30, in dem vom 16. bis zum 19. Jh.die Städtische Schule untergebracht war. Es handelt sich um ein spätgotisches Haus, das baulich in die Stadtmauer eingegliedert ist. Aus dem Grundriss des Hauses ragt der sog. Risalit in Richtung Parkán hervor, der während des Renaissanceumbaues im Jahre 1557 angebaut wurde. Er ist mit Briefchen-Sgraffiti geschmückt und sitzt auf drei von zwei Arkaden beendeten Säulen. Das auffälligste architektonische Element des Schulgebäudes stellt jedoch wiederum die Dachzinne dar.

Wenn man weiter durch den Parkán geht, gelangt man zur Helvít-Bastei, zu dem am besten erhaltenen der ehemals sieben Wehrtürme. Diese wurden rund um die Stadt jeweils an den Stellen, wo der Ring der Stadtmauern seine Richtung änderte, erbaut. Das hoch entwickelte System der Schießscharten in der Mauer jeder Bastei ermöglichte es den Stadtverteidigern, den Raum vor den Stadtmauern auch in deren unmittelbarer Nähe zu schützen.