Bedeckt
Mo 17.12.
-1/1°
Wolkig
Di 18.12.
-1/1°
Bedeckt
Mi 19.12.
-3/0°

Denkmäler und Sehenswürdigkeiten von Prachatice

Kirchplatz

Stadt Prachatice - Das Untere (Písecká) Tor bewacht den Eintritt zur Stadt seit der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts, Foto: Archiv Vydavatelství MCU s.r.o. Das Stadtzentrum kann man durch das mächtige Dolní (Untere) Tor betreten. Das Tor, das auch Písecká-Tor genannt wird, stammt aus dem 16. Jh. Es gehörte zur ehemaligen mittelalterlichen Befestigung der Stadt. Auffällig ist die Zinne an der Attika mit kleinen Ecktürmen. Oberhalb des Durchgangs ist das Tor mit der Abbildung eines Rosenbergischen Reiters und lateinischen Inschriften, die die Blüte der Stadt unter den Rosenbergern preisen, geschmückt. Sehenswert sind auch die erhaltenen Rollen, über die einst die Ketten einer Zugbrücke führten. Wenn man durch den Bogenflur geht, kann man feststellen, dass es sich um ein Doppeltor handelt. An der Decke des zweiten, inneren und historisch älteren Tors sind Reste von Wandmalereien aus dem 15. Jh. zu sehen. Links befindet sich ein auf Holz gemalener Kalvarienberg.

Die Stadt konnte man früher auch durch das zweite Tor, das sog. Passauer Tor, betreten. Dieses Tor wurde aber 1859 abgerissen. Teile seiner steinernen Verzierung kann man heute im Innenhof des Alten Rathauses auf dem Hauptplatz sehen.

Stadt Prachatice - Heydl-Haus (Haus Nr. 29), Foto: Archiv Vydavatelství MCU s.r.o. Gleich links hinter dem Tor zieht das reich geschmückte Haus Nr. 29 die Aufmerksamkeit auf sich. Seine gegenwärtige Gestalt verlieh ihm der Renaissanceumbau aus dem Jahre 1557. Nach dem ursprünglichen Eigentümer, dessen Name auch in der Fassade des Hauses eingeritzt ist, wird es Heydl-Haus genannt. Es kennzeichnet sich durch außerge-wöhnlich bunte Sgraffito-Verzierung, zu deren Bestandteil auch Figural- und Ornamentalmotive neben den üblichen Briefchen gehören. Ebenfalls hier ist die Zinne, die die Attika krönt, auffällig. Das altertümliche Aussehen des Hauses wird vom oberen Teil seiner Stirnseite, der leicht „gekrümmt“ ist und in die Straße vorragt, abgerundet.

Dekanalkirche des hl. Jakob des Älteren

Stadt Prachatice - Gotische Kirche des hl. Jakob des Älteren, Foto: Archiv Vydavatelství MCU s.r.o. Vom Heydl-Haus gelangt man zum mächtigen Gebäude der spätgotischen Dekanalkirche des hl. Jakob des Älteren, des Patrons der Händler und Kaufleute. Die Kirche mit dem 53 m hohen Turm ist schon seit mehr als einem halben Jahrtausend eine von weitem sichtbare Dominante von Prachatice. Sie wurde erst nach fast zweihundert Jahren Bauzeit im Jahr 1500 fertig gestellt. Mit dem Bau begann man bereits kurz nach der Gründung von Prachatice, offensichtlich zu Beginn des 14. Jahrhunderts. Aus dieser Zeit stammt das Presbyterium, der älteste Teil der Kirche. In den Jahren 2007 bis 2009 wurden wertvolle Wandmalereien im Presbyterium entdeckt und allmählich restauriert. Die ältesten davon stammen aus den 40er Jahren des 15. Jahrhunderts. Einen Bestandteil der Kirche stellt die Kapelle dar, die seit dem Jahre 1993 dem hl. Johann Nepomuk Neumann geweiht ist. Das Objekt sollte ursprünglich zwei Türme haben, doch zuletzt wurde nur einer fertig gestellt – vielleicht absichtlich, damit der zweite Turm nicht die Aussicht vom ersten behinderte. Der Turm änderte mehrmals während der Jahrhunderte sein Aussehen, das heutige ist das Ergebnis eines Umbaus nach dem Brand von 1832. Während des Baues der Kirche erfolgten stetige Veränderungen der Baupläne. Der Grund dafür waren unter anderem auch einige andere Brände, von denen die sich im Bau befindliche Kirche mehrmals beschädigt wurde.

Im Innenraum der Kirche zieht unsere Aufmerksamkeit das Netzgewölbe vom Anfang des 16. Jahrhunderts auf sich, das in diesem mächtigen Gebäude überraschend zart und leicht wirkt. Die ursprüngliche Konstruktion des Dachstuhls stammt aus dem 15. Jh. Interessant daran ist, dass er ohne einen Nagel gezimmert wurde. Der Hauptaltar der Kirche wurde im Jahre 1653 von dem Holzschnitzer Jan Webr aus Kašperské Hory hergestellt. Wertvoll ist auch die Orgel aus dem 15. Jh.

Der Turm der Kirche ist seit dem Jahre 2006 zugänglich. Bei schönem Wetter ist der Aufstieg sehr empfehlenswert. Nach 157 Treppen gelangt man in eine Galerie in 40 m Höhe. Von dort aus gibt es eine herrliche Aussicht auf den gesamten historischen Stadtkern von Prachatice sowie auf die Landschaft in der Umgebung der Stadt.

Hinter der Kirche in der Děkanská-Straße kann man an dem Haus Nr. 33 wohl das schönste Sgraffito in der Stadt sehen. Es stammt aus dem Jahre 1563 und es ist darauf die Szene des Letzten Abendmahls abgebildet.